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Gips mit mehr - Schüler experimentieren

Hier stimmt die Chemie (8 und Schluss): Den „Lernprozessen” im Fach Chemie an Schulen widmet sich der letzte Teil unserer Serie. Am Sickingen-Gymnasium Landstuhl haben zwei Schülerinnen für einen Wettbewerb mit Gips Versuche gemacht.

Von Pola Schlipf

Fast könnte der Eindruck entstehen, der Gips, den Theresa Zimmer (15) und Christina Lemke (16) anrühren, habe einen schwachen „Knochenbau”. Denn die beiden Zehntklässlerinnen, die das Landstuhler Sickingen-Gymnasium besuchen, mischen unter die breiige Masse eine Calciumbrausetablette. Warum sie das machen, erläutert ihr Chemielehrer Martin Burkart: „Theresa und Christina nehmen am Landeswettbewerb ,Leben mit Chemie' teil, den das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur jedes Jahr ausschreibt.”

Und die Mädchen sind keine Anfänger: „Wir nehmen schon zum dritten Mal teil”, erzählt Theresa. Bei den beiden vergangenen Malen wurden sie mit einer Ehrenurkunde und einmal sogar mit einem Büchergutschein für ihre Experimentierfreude belohnt.

Auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht hat sie Martin Burkart. Theresa erzählt: „Herr Burkart hatte damals eine Chemie-AG angeboten, in der wir echt coole Sachen gemacht haben, zum Beispiel Seife herstellen.” Dort habe der Lehrer von der landesweiten Ausschreibung erzählt. „Er hat es erwähnt, wir haben mitgemacht und gewonnen”, bringt es die Schülerin auf eine einfache Formel.

In diesem Jahr lautet das Thema des Wettbewerbs „Gips light”. Schüler der Klassenstufen fünf bis zehn sollen Gips mit anderen Materialien vermischen, sodass eine leichtere Variante entsteht. Vorbild sind die Gasbetonsteine, die auf dem Bau verwendet werden.

Einmal in der Woche treffen sich die Gymnasiastinnen von Februar bis April mit Burkart nach dem Unterricht und rühren die weißliche Masse an, füllen sie in Streichholzschachteln, lassen alles aushärten und bestimmen die Dichte der kleinen Quader. Einmal leiten sie Kohlendioxid ein, in der Hoffnung, dass der Werkstoff dadurch leichter würde, was fehlschlägt. Und dann kommt die Calciumbrausetablette ins Spiel. „Leider härtet der Gips dann nicht so gut aus, er bleibt eher wie Quark”, berichtet Christina Lemke von den ersten Versuchen. „Vielleicht müssten wir ihn brennen”, überlegt Theresa, doch dafür bleibt in der Experimentalphase des Wettbewerbs keine Zeit.

Schließlich müssen sie noch andere Gipsverbundstoffe herstellen. Sie mischen ihn mit Polystyrol, Styropor, Sand, Lebensmittelfarbe, Waschpulver, Spülmittel und Speisestärke. Jedes Mal berechnen sie die Dichte, beschreiben die Beschaffenheit - „verformbar” oder „porös” oder „sehr stabil” - und zünden die Probestückchen an, um ihre Feuerfestigkeit zu überprüfen.

Dafür drehen die beiden den Gashahn auf, an dem ein Bunsenbrenner angeschlossen ist und schon züngelt eine Flamme nach oben. Theresa hält mit einer Pinzette ein kleines Stückchen Gips ins Feuer und die Klassenkameradinnen beobachten, ob und wie sich der Stoff verändert. Ihre Ergebnisse der Experimentalreihen tippen sie in den Computer und erstellen eine Dokumentation für die Jury.

Ihr Ziel ist es, wieder eine Ehrenurkunde zu erreichen, um die Chance auf den Hauptpreis zu haben. Der besteht in einem dreitägigen Workshop im Chemielabor der BASF in Ludwigshafen.
 

Pola Schlipf, Marktplatz regional vom 25.05.2011