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Das Autorenteam des SGL

„Schreiben bedeutet auch weglassen“

Am Mittwoch, den 19.11.2014, wurde der Deutsch-Grundkurs von Frau Woesner ungeahnt von einem Gast überrascht. Nachdem alle das Buch „Zweier Ohne“ von Dirk Kurbjuweit gelesen hatten, wurde in der darauffolgenden Deutschstunde über eben jenes gesprochen und alle Eindrücke und Ideen gesammelt. Selbst eventuelle Fragen, die das Buch offen lässt, wurden festgehalten. Die Information am Ende der Stunde, dass der Gast, den Frau Woesner eingeladen hatte, der Autor selbst war, traf uns alle wie ein Schlag. Nachdem wir wieder zur Ruhe gekommen waren, konnten wir ihm dann auch gespannt zuhören, was genau los war. Er war nämlich im Auftrag der Süddeutschen Zeitung unterwegs und untersuchte, wie es für einen Autor ist, die Diskussion über sein Werk völlig unbeeinflusst zu erleben und auch die ehrliche Meinung der Leser darüber zu hören. Für die Schülerinnen und Schüler war es natürlich extrem interessant mal einen echten Top-Autoren selbst über sein Buch befragen zu dürfen. Doch die Antworten, die er uns lieferte waren einerseits verwunderlich und andererseits oft nicht zufriedenstellend, was den Inhalt des Buches anging. „Schreiben bedeutet eben nicht nur schreiben, Schreiben bedeutet für mich auch weglassen“, gab er uns als Antwort, als wir nach Unklarheiten im Buch fragten. Was er damit meinte ist, dass er uns selbst das Buch interpretieren lassen will. Der Leser vervollständigt das Buch, das der Autor angefangen hat zu schreiben, mit seiner Fantasie und den Erfahrungen, die jeder individuell gesammelt hat. Kurbjuweit selbst kann sein Buch also nur soweit verstehen und erklären, wie seine eigenen Erfahrungen reichen, aber jeder andere Leser empfindet womöglich anders und findet andere Hinweise im Buch, die jeder für sich selbst interpretieren kann. Das klärte zwar nicht unsere Fragen und verschaffte uns immer noch keine Sicherheit wie genau die Geschichte wirklich verlaufen war, jedoch änderte es unsere komplette Sichtweise auf alle Bücher, die wir je gelesen haben oder jemals lesen werden.