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Das Autorenteam des SGL

Gedenktafel "Zur Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft"

 

"Ein Zeichen gegen das Vergessen"

 

LANDSTUHL: Gymnasiasten enthüllen Gedenktafel an jüdische Mitbürger

 

 Die Stadt Landstuhl hat ihrer jüdischen Mitbürger gedacht, die der NS-Gewaltherrschaft zum Opfer gefallen sind. Eine Gedenktafel wurde enthüllt, die in die alte Stadtmauer an der Zehntenscheune eingelassen ist.

19 Namen sind auf der Bronzetafel zu lesen. Am 27. Januar 1945 befreite die russische Armee die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Anlässlich dieser Tatsache machte Bundespräsident Roman Herzog 1996 den 27. Januar zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Den Gedenktag nahmen Schüler der 13. Jahrgangsstufe am Sickingen-Gymnasium zum Anlass, sich mit den Landstuhler Familien und ihrem Schicksal zu beschäftigen. Zusammen mit ihrer Lehrerin Sonja Tophofen versuchten sie, deren Lebensweg aufzuspüren und in einem Heft zu dokumentieren.

Zwei Abiturienten, Luisa Mosemann und Daniel Stemler, erläuterten den zahlreichen Gästen - unter ihnen auch Nachfahren der Betroffenen - ihren Umgang mit dem Thema. Demnach befanden sich unter den Landstuhler Einwohnern sowohl Täter als auch Opfer.

Als ein „Zeichen gegen das Vergessen" bezeichnete Bürgermeister Klaus Grumer die Aktion: „Wir können uns aus dem dunkelsten Kapitel unserer Geschichte nicht fortstehlen. Es lädt uns Verantwortung auf."

In einem Vortrag rollte Roland Paul vom Lauterer Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde die Historie der Juden auf. Er erzählte von ihrem Leben als Händler im Vieh- oder Obst- und Gemüsegeschäft, dem An- und Verkauf von Kolonialwaren, Mode oder Alteisen. Sie engagierten sich in der Gesellschaft und in Vereinen. „Wir sind in erster Linie Deutsche, dann Juden", sei ihm mal geantwortet worden, berichtete Paul. Mindestens 800 Personen aus der gesamten Pfalz seien deportiert worden. Vor Jahrzehnten habe er schon angeregt, eine Gedenktafel anzubringen. Dieser „beklagenswerte Missstand" sei nun nach über 60 Jahren behoben.

Die Schüler hätten diese Schicksale aufgearbeitet, so Oberstudiendirektor Gerhard Dohna. „Nur wenn wir uns mit den Gräueln auseinandersetzen, können wir genug Mitgefühl entwickeln, um Intoleranz, Diskriminierung und Ausgrenzung zu bekämpfen." Manfred Erlich von der Jüdischen Kultusgemeinde in Neustadt wünschte sich in seinem Grußwort, dass das Erinnern nicht nur auf einen Gedenktag im Jahr beschränkt bliebe. Diese Vergangenheit solle eine ewige Mahnung sein: „Mögen wir die Kraft aufbringen, dass so etwas nie wieder geschieht." (ibr Rheinpfalz)